Umgang mit dem Hamster

Kinder und Hamster

Dass der Goldhamster das Einsteigertier Nummer eins in deutschen Kinderzimmern ist, ist schlichtweg paradox! Es gibt kaum ein Kleintier, dass für Kinderhände so ungeeignet ist wie ein Hamster.

Er erfreut sich jedoch nach wie vor großer Beliebtheit - schließlich ist er klein, braucht (angeblich!) wenig Platz, lebt nicht allzu lange, so dass man keine große Verfplichtung eingeht, er benötigt keinen Artgenossen um sich wohl zu fühlen und die Pflege scheint mit wenig Aufwand verbunden. So scheint es zumindest...

 

Gegen die Hamsterhaltung im Kinderzimmer lassen sich bei näherer Betrachtung jedoch einige Argumente anführen, die sich alle Eltern vor dem Hamsterkauf unbedingt durch den Kopf gehen lassen sollten.

Zum einen sind Hamster aufgrund ihrer Nachtaktivität keine geeigneten Spielkameraden für Kinder. Ihre kurzen und häufig auch ungünstig gelegenen wachen und aktiven Phasen erleben die Kinder meist gar nicht mit, weil sie bereits ins Bett müssen, wenn der Hamster gerade munter wird. Verständlicherweise haben kleinere Kinder noch nicht die nötige Geduld im Umgang mit dem Tier und können seinen Schlaf-Wach-Rhythmus noch nicht respektieren. Die Folge sind häufiges herauszerren des Hamsters aus dem Nestchen, was dazu führt, dass er gereizt und gestresst wird und häufig mit Bissigkeit reagiert. Und selbst wenn die Eltern dem Kind begreiflich machen können, dass der Hamster tagsüber nicht gestört werden möchte, so ist die Enttäuschung dennoch häufig groß, wenn der geliebte Mitbewohner so selten zu sehen ist.

 

Leider wird der Hamster bei der Rechnung meist vergessen. Dieser fühlt sich im Kinderzimmer nämlich so gar nicht wohl. Weder möchte er während seiner Schlafphasen gestört, aus dem Nestchen gezerrt, angestupst oder gar zum Freilauf gezwungen werden, noch hat er Interesse daran, dem Kind als "Spielgefährte"  zu dienen. Aus Protest wird er verzweifelt strampeln und wenn er sich gar nicht mehr anders zu helfen weiß, wird er wahrscheinlich zubeißen.

Ein Hamster möchte am liebsten seine Ruhe und auch wenn viele Hamster bei liebevoller Pflege und respektvollem Umgang mit der Zeit sehr zahm werden, ist der Hamster im Allgemeinen eher ein Beobachtungstier und kann auf Streicheleinheiten gut und gerne verzichten.

Der verständliche Wunsch eines Kindes nach einem Spielpartner, der immer für es Zeit hat und mit dem man kuscheln und schmusen kann, kann von einem Hamster leider nicht erfüllt werden.

 

 

Der Hamster als Familientier

Anders sieht die ganze Sache aus, wenn bei allen Familienmitgliedern die Hamsterliebe ausgebrochen ist. Mit einem großen, tollen Käfig in einer ruhigen Ecke lässt sich eine kleine Gruppe Zwerghamster oder auch ein einzelnen Gold- oder Teddyhamster wunderbar ins Alltagsleben integrieren. Auch für Kinder! Sie können schauen was im Käfig los ist, sich mit den Bedürfnissen des Nagers beschäftigen und bei der Pflege helfen, ihn im Freilauf beobachten, oder gar das Gruppenverhalten kennen lernen. Das funktioniert aber nur, wenn die Eltern die Kinder bei der Pflege intensiv unterstützen und auch ab und an mal ein Auge zudrücken können, wenn es um die Schlafenszeit geht - an manchen Abenden ist das Hamster-TV einfach zu spannend! ;-)

 

Unabhängig von der Tierart muss sich der aufsichtspflichtige Elternteil bitte immer im Klaren darüber sein, dass er selbst eigentlich für das Tier verantwortlich ist und seinem Kind unterstützend und lehrend zur Hand gehen muss.

 

 

Liebe Eltern, Großeltern, Lebenspartner und Verwandte,

ziehen Sie bitte niemals alleine los, um ihr Kind oder ihren Partner mit einem (zwei) Tier(en) zu überraschen! Das funktioniert in der Regel wirklich überhaupt nicht!

Stellen Sie sich vor ihr Mann/ihre Frau kommt mit einer Bluse oder einem Hemd für Sie nach Hause - das er/sie (bestimmt mit besten Absichten) für Sie ausgesucht hat. Mag ja sein, dass es im ersten Moment schön und eine nette Geste ist, solch ein Geschenk zu erhalten und etwas Negatives zu sagen, gehört sich dann auch nicht - aber: Wer trifft ihren Geschmack besser? Sie oder ihr Partner? Anziehsachen können im Schrank verschwinden, Tiere nicht!

Deshalb sollten Kinder sich ein Tier selber aussuchen, um wirklich ihr Wunschtier zu bekommen, mit dem sie auch nach dem ersten Anflug von Begeisterung noch glücklich sind. Auch eine ausreichende Vorbereitungsphase sollte eingehalten werden, in der man sich Gedanken zum neuen Familienmitglied machen, Vorbereitungen treffen, Pläne schmieden und eventuelle Hindernisse ausräumen kann.

Natürlich gibt es für viele Kinder kaum ein schöneres Geschenk, als ein Haustier! Genauso "cool" in Kinderaugen ist aber ein fertig eingerichteter Käfig mit einem Gutschein für den bereits festgemachten Züchterbesuch! Und eines schenken Sie damit zusätzlich: Vorfreude! Und die ist doch bekanntlich besonders schön!

 

Ein Tier ist ein Freund!

Freunde bekommt man nicht geschenkt - Freunde sucht man sich aus!

 

Quelle: Text in Anlehung an  nagetiere-online.de.

Weitere Infos zum Thema auch auf diebrain.de

 

 

Gefahren im Umgang mit dem Hamster

Schon allein aufgrund seiner geringen Körpergröße und seiner physischen Zerbrechlichkeit ist ein Hamster kein Streicheltier!

Zahm wie ein Hund oder ein Kätzchen werden die wenigsten Hamster. Einige lassen sich mit der Zeit ohne größere Gegenwehr auf die Hand nehmen, manche hüpfen bei richtigem Umgang mit dem Tier sogar irgendwann von allein darauf und lassen sich streicheln, doch die meisten Hamster ziehen es vor, nicht zu viel gekuschelt und gestreichelt zu werden.

Allerdings haben die kleinen Tierchen in der Regel natürlich nicht die Kraft ihrem Halter eigenständig wieder zu entkommen. Wer seinen Hamster bei dessen zappelnder Gegenwehr also nicht los lässt, der muss verständlicherweise mit dem Einsatz seiner einzigen wirksamen Waffe rechnen - den Zähnen.

Ein Hamster beißt eigentlich nur dann zu, wenn er sich bedrängt und bedroht fühlt oder Schmerzen hat. Der Halter sollte sich also immer fragen, was schief gelaufen ist, wenn er die Zähnchen zu spüren bekommen hat. Kein Hamster beißt aus Bosheit zu!


Eine weitere Gefahr - diesmal allerdings für den Hamster - ist die Verletzungsgefahr beim Beißen. Vielleicht können Sie sich vorstellen, was im Augenblick des Hamsterbisses geschieht. Der überraschte Halter schreit häufig auf, reißt natürlich instinktiv seine Hand vom Körper weg und lässt das kleine Tierchen dann nicht selten überrascht fallen. Selbst ein einfacher Sturz auf den Boden kann einen Hamster jedoch schwer verletzten!

 


Gefährdung des Hamsters beim "Spiel"

Man stelle sich einfach mal die kleinen Knochen vor und wie dünn sie sind. Selbst ein Sturz aus einem Meter Höhe ist für einen Hamster wie ein Sturz aus dem 2ten Stock für uns Menschen. Sie sind äußert wendig, können sich sehr dünn machen, aus der (Kinder-)hand glitschen und - am allerschlimmsten - einige Hamsterarten haben keinen Höhensinn. Sie merken einfach nicht, ob es vom Schlafhaus 10cm nach unten geht, oder von der Tischplatte fast einen Meter. Wenn man das Bedürfnis hat wegzukommen, dann springt man halt! Unten an kommt man immer. So primitiv denken Hamster zumindest. Hier liegt es dann am Menschen, geeignete Schutzmaßnahmen zu treffen, um solche Unfälle zu verhindern.