Züchtersuche
Woran erkennt man einen guten und vertrauensvollen Züchter?
- Der Züchter züchtet nicht mehr als ein bis zwei Rassen/Tierarten
- Die Anzahl der gehaltenen Tieres sollte so begrenzt sein, dass die Züchterfamilie sich jedem einzelnen Tier noch individuell zuwenden kann
- Gute Zuchtstätten haben nicht auf Bestellung Nachwuchs abzugeben. Die Fließbandmethode, bei der regelmäßig jede Woche Nachwuchs je nach Nachfrage angeboten wird, ist gewerbliche (Massen)zucht. Selbst wenn in solchen Zuchtanstalten zusätzliche Helfer/Tierpfleger herangezogen werden, bleibt keine Zeit für die individuelle Prägung des Nachwuchses. Fehlprägungen und gestörtes Sozialverhalten sind bei solchen Tieren an der Tagesordnung
- Die Zuchtstätte bzw. die Aufzuchträume sind hell, geräumig, mit fließend Wasser ausgestattet und ggf. beheizbar - es sind keine gestapelten Aufzuchtbehälter in dunklen Kellerräumen
- Alle Räumlichkeiten sind hygienisch einwandfrei und sauber
- Die Zuchtanlagen wurden arttypisch errichtet und bieten den Tieren genügend Freiraum für artgerechtes Verhalten
- Der Züchter interessiert sich für die Haltungsbedingungen beim Käufer, rät ihm notfalls sogar vom Kauf ab, statt ihm ein Tier "aufzuschwatzen"
- Es gibt keine "Sonderangebote" oder Schnäppchen sondern Festpreise, der Qualität des Tieres entsprechend. Die Preise bewegen sich grob im Bereich anderer organisierter Züchter dieser Rasse. Gute Züchter haben sehr viele Auslagen, die durch den Kaufpreis eines Jungtieres oft gerade so abgedeckt werden. Wer noch viel Spielraum für Verhandlungen hat, spart entweder an der Aufzucht oder er hat eine große Menge von Tieren, wo es dann die Masse bringt.
- Der Käufer erhält einen detaillierten Kauf-/Schutzvertrag
- Der Züchter zeigt dem Käufer auf Wunsch gerne seine Zuchtanlage und die Räumlichkeiten
- Der Käufer darf auf Wunsch die Zuchtdokumente - Elterntiere, Jungtiere und Zuchtstätte betreffend - einsehen und der Züchter gibt bereitwillig Auskunft
- Der Züchter bemüht sich um die jeweils bestmögliche Verpaarung und kann dem Käufer aufschlussreich erklären, warum er genau diese Verpaarung durchgeführt hat
- Der Züchter kann dem Käufer ohne Zögern Auskunft geben, was er für die Verbesserung der Qualität seiner Rasse unternimmt. Fahrten zu weit entfernten Zuchten, Zukäufe aus anderen Linien, Importe von Tieren, Vermeidung von häufigen Wiederholungsverpaarungen (Verbesserung der genetischen Breite der Rasse) sollten selbstverständlich sein
- Der Züchter kann schlüssig Auskunft über Anatomie, Wesen und ggf. Zuchtprobleme der Rasse geben und kann die genetischen Besonderheiten problemlos darlegen
- Alle Tiere des Züchters verhalten sich ihm gegenüber (individuell nach Tier) vertrauensvoll. Ausgeprägte Scheu vor dem Züchter sollte ein Warnsignal sein!
- Die erwachsenen Tiere und die Jungtiere zeigen keine ausgeprägte Angst Fremden gegenüber. Eine gewisse Vorsicht oder Reserviertheit dürfen die Tiere den Besuchern gegenüber selbstverständlich haben. Die Charaktere sind außerdem unterschiedlich und skeptische Tiere sind nicht zwangsläufig wesensschwach oder agressiv! Nicht alle bewegen sich sofort auf Fremde zu. Einige warten vorsichtig ab, müssen deswegen aber noch keine "Feiglinge" sein. Nur panisches Fluchtverhalten, Schreckhaftigkeit, ausgeprägte Angstanzeichen und übermäßige Unterwürfigkeit sollten den Käufer vom Kauf abhalten. Solche Tiere sind wesensschwach und werden es bleiben
- Gute Züchter drängen den Interessenten nicht auf eine Entscheidung, sondern bieten ihm Zeit zum Überlegen an. Dass getätigte Reservierungen jedoch einzuhalten sind, ist selbstverständlich
- Ordentliche Züchter können auch keine Jungtiere auf Bestellung liefern. Züchter, die dem Käufer zig Rassen binnen kürzester Frist auf Bestellung liefern, sind Tierhändler. Hier werden meistens Tiere aus dubiosen Auslandszuchten billig beschafft und teurer veräußert. Es geht dabei nicht um Tiere, sondern nur um Profit! Überflüssige, nicht absetzbare Tiere werden genauso schnell "beseitigt", wie sie beschafft wurden. Diese Geschäfte sollten nicht durch Mitleidskäufe unterstützt werden. Der Käufer schafft durch die vermeintliche "Rettung" nur Platz für das nächste bemitleidenswerte Geschöpf
- Alle Tiere des Züchters müssen gepflegt und gut genährt sein. Jede Art von Mangelerscheinungen (schwache Knochen, aufgetriebene Bäuche, Verklebungen im Fell, stumpfes Haar, Parasiten, stinkende Ausscheidungen, Durchfall etc.) weisen auf Erkrankungen oder schlechtes Futter hin. Solche Tiere sollten auf keinen Fall gekauft werden. Ein guter Züchter informiert den Käufer über alle Besonderheiten des Tieres und spricht eventuelle Einschränkungen (Verletzungen, vorherige Erkrankungen) auf jeden Fall vor dem Kauf mit dem Käufer ab
- Jungtiere und erwachsene Tiere des Züchters zeigen ein arttypisches Temperament und eine entsprechende Bewegungsfreudigkeit
- Der Züchter ist gern bereit, dem Käufer auch nach dem Kauf des Tieres immer mit Rat und Tat beiseite zu stehen
Was möchte ein guter Züchter vom Käufer wissen?
- Hat der Käufer und dessen Familie genügend Zeit für das Tier?
- Lassen seine berufliche Entwicklung und seine Familienplanung auch auf lange Sicht genügend Zeit für ein Tier?
- Hat der Käufer Interesse an dieser Rasse und auch auf Dauer Lust, sich um Pflege, Haltung, Ernährung, Beschäftigung und Erziehung des Tieres zu kümmern?
- Ist eine Möglichkeit vorhanden, das Tier im Urlaub unterzubringen oder betreuen zu lassen, falls eine Reise mit dem Tier nicht möglich ist?
- Befürworten seine Familienmitglieder die Anschaffung eines Haustieres ebenfalls?
- Sind Allergien gegen Tierhaare oder andere Allergien in der neuen Familie bekannt, so dass eine Abklärung wichtig wäre?
- Ist eine Zustimmung des Vermieters oder der Nachbarn einzuholen?
- Kann der Käufer die Kosten für ein Tier aufbringen? Diese umfassen Ernährung, Pflege, Unterbringung im Urlaub, evtl. Steueren und Versicherungen, Anschaffung von Tierbedarf, bauliche Veränderungen für das Tier, Gesundheitsvorsorge (prophylaktische Behandlungen, Tierarztbehandlungen im Krankheitsfall und evt. sogar Operationen)?
- Ist ein artgerechter Käfig vorhanden, in den das Tier nach Abholung direkt einziehen kann?
- Sind die speziellen Bedürfnisse der Tierart bekannt und berücksichtigt worden?
- Hat der neue Halter Zuchtpläne? Wenn ja - hat er ausreichende Fachkenntnisse für die Zucht und ist bereit sein Wissen darzulegen?



