Wie wird der Hamster zahm?

 

Wer sich ein Hamsterchen als neuen Mitbewohner nach Hause holt, wünscht sich verständlicherweise, dass der Hamster sich im neuen Heim schnell eingewöhnt und mit der Zeit Vertrauen fasst.

Was oft vergessen wird: Hamster sind keine Kuscheltiere!

 

 

Die Bärchen sind stattdessen wahre kleine Persönlichkeiten und sehr unterschiedlich!

Damit es nicht zu Enttäuschungen kommt, möchten wir bereits vorab über einiges Wissenswerte zum Hamster informieren.

 

 

Hamster in freier Wildbahn

Quelle: www.umwelt.sachsen.de/umwelt Foto: Archiv LfUG, K.-H. Trippmacher

Die kleinen Kerlchen sind von Natur aus die allergrößten Einzelgänger, die man sich überhaupt denken kann. Ein Hamster ist glücklich, wenn er seine Ruhe hat und nach eigener Vorstellung schalten und walten kann. Eigentlich wären Hamster darum als süße und muntere Haustiere vollkommen ungeeignet, da sie auf ungeliebte Störungen schnell mit Flucht oder Angriff reagieren.

 

 

Dass wir heute Hamster als Haustiere halten können, die sogar zahm werden können, ist nur dem Umstand zu verdanken, dass der Mensch durch jahrzehntelange Auslese erreicht hat, Hamster zu züchten, die so domestiziert und an den Menschen gewöhnt sind, dass sie ihre natürliche Scheu und ihren Fluchtinstinkt weitgehend abgelegt haben.

 

ABER: Ein Hamster ist trotzdem kein Hund und kein Kätzchen! Wer sich ein Tier wünscht, das sich sehr auf den Menschen fixiert, ihm auf Schritt und Tritt folgt und auf den Namen hört, sollte sich keinen Hamster anschaffen.

Das heißt, nicht, das Hamster das nicht tun KÖNNEN! Einige Hamsterchen werden sogar zahmer als mancher Schoßhund. Aber man kann es nicht von jedem Tier erwarten!

Hamster sind generell allenfalls Beobachtungstiere.

 

Selbstverständlich! Viele Hamster können durch liebevolle Pflege und respektvollen Umgang sehr zahm werden, doch nicht jeder Hamster spielt da mit! Das ist wichtig zu wissen und zu akzeptieren. Wer sich für einen Hamster als Haustier entscheidet, muss sich darüber im Klaren sein, dass nicht jedes Tier gerne gestreichelt werden möchte. Manchmal muss man auch respektieren, dass ein spezielles Tier eben kein großer Freund von Kuscheln ist und lieber in Ruhe seine Runden im Laufrad drehen möchte!

 

 

Wir schaffen die besten Voraussetzungen

Unsere Hamsterchen erhalten von uns von Geburt an viel Aufmerksamkeit, werden von klein auf an die menschliche Hand herangeführt und verlassen die Zucht bereits zahm und an den Menschen gewöhnt!

Sie sind daran gewöhnt, aus dem Käfig herausgenommen zu werden, kennen den Fotoapparat (auch mit Blitz) und wissen, dass ihnen vom Menschen kein Unheil droht.

Ein Hamster, der das nicht zulässt, wird nicht in Liebhaberhände abgegeben!

Es ist aber ganz normal, dass sie ein Weilchen brauchen um sich im neuen Zuhause komplett einzuleben und sich an den neuen Körnergeber zu gewöhnen. Neue Geräusche, neue Gerüche und die ganze neue Umgebung können sie verunsichern - daher braucht man Anfangs etwas Geduld mit den Plüschpopos und sollte nicht den Fehler machen, durch zu ungestümes und ungeduldiges Verhalten das Vertrauen zum Menschen zu erschüttern.

Auch ist jeder Hamster ein wenig anders! Nicht jedes Tierchen wird jeden Abend neugierig auf dich warten und darauf hoffen herausgenommen zu werden. Wie wir Menschen auch, sind Hamster eben ganz unterschiedlich und das sollte man auch respektieren!

 

Dann liegt es an dir!

Mit dem richtigen Umgang erreicht man es jedoch eigentlich immer, dass der Hamster auch zum neuen Körnergeber Vertrauen fasst und sich gerne herausnehmen lässt! :-)

Beim einen Hamster geht das etwas schneller, der andere braucht dafür vielleicht etwas länger. Wie du richtig mit deinem neuen Mitbewohner umgehst, erfährst du in unserem Infoblatt, dass du dir im Abholbereich herunterladen kannst, sobald du eine feste Reservierung getätigt hast.

 

 

Beschäftige dich mit dem Hamster! Ein Hamster, der in seinem Käfig versauert und keine Ansprache erhält wird nicht zahm!

 

 

Ein Rat für den Anfang

Nur Geduld!

Natürlich ist es sehr aufregend sein Hamsterchen mit ins neue Zuhause zu nehmen. Die Erwartungen sind hoch - man möchte den neuen Mitbewohner am liebsten sofort herausnehmen, streicheln und beim Herumtollen beobachten. Letzteres ist zwar sofort erlaubt, aber nicht jedes Hamsterchen spielt da mit!

Ab und an erreichen mich daher bereits nach der ersten Woche nach Abholung des Hamsterchens besorgte Mails von neuen Hamstereltern, die ganz verzweifelt sind, weil der Hamster noch nicht auf die Hand kommt, sich selten blicken lässt oder sich gar total zurückzieht. 

Diese Sorge ist unbegründet!

 

So ein Umzug kann anstrengend sein

Wie schon oben erklärt, ist so ein Umzug ins neue Heim für ein Hamsterchen sehr anstregend und mindestens ebenso aufregend wie für den neuen Körnergeber.

Viele Hamsterchen erkunden daher zunächst einmal ganz ausführlich den neuen Käfig. Das kostet Kraft! Wer die erste Nacht so wild herumtobt, schnüffelt und einrichtet, der muss am nächsten Tag erst einmal ordentlich schlafen.

 

Nicht selten kommt es daher vor, dass sich das Hamsterchen am zweiten und dritten Tag nur sehr wenig zeigt. Meist ist es erschöpft und braucht etwas Ruhe. Diese Zeit sollte man dem Tier auf jeden Fall gönnen.

 

Unser erster Rat lautet daher: langsam langsam!
Manche Hamsterchen sind sehr unerschrocken und brauchen kaum 2-3 Tage um sich im neuen Heim einzurichten und wohl zu fühlen. Andere brauchen länger und müssen die erste Zeit nutzen, um Sicherheit zu gewinnen, dass ihnen keine Gefahr droht und sie ohne Angst durch den Käfig streifen können.

 

 

Was man auf jeden Fall tun kann

  • Mache keine plötzlichen und hektischen Bewegungen (das kann den Hamster erschrecken)
  • Benutze kein Parfüm und keine parfümierte Seife und fasse keine anderen Tiere an, bevor du dich mit dem Hamster beschäftigst
  • Sprich viel mit dem Hamster (er gewöhnt sich an deinen Geruch und deine Stimme)
  • Wenn der Hamster gerade erst wach geworden ist, lasse ihn etwas in Ruhe! Er braucht Zeit, um seine Toilette zu erledigen - erst dann solltest du dich mit ihm beschäftigen. Hamster können aggressiv reagieren, wenn man sie wiederholt bei ihrer Morgentoilette stört.
  • Scharre etwas in der Einstreu, damit das Hamsterchen aufmerksam wird. Lege dann die Hand mit einem Leckerchen in den Käfig und übe dich in Geduld - vielleicht klappt es nicht beim ersten Mal, aber irgendwann siegt die Verlockung und dein Liebling wird sich vorsichtig nähern.
  • Konfrontiere das Hamsterchen mit deiner Person, indem du es auf dir herumlaufen lässt. Nutze dafür das Hamstertaxi (leere Papprolle, in die sich der Hamster setzen kann, um hochgehoben zu werden) und setze dich zum Hamster in den Auslauf. Du kannst den Hamster direkt auf dich selbst oder neben dich setzen. Bewege dich möglichst wenig, um den Hamster nicht zu erschrecken! Irgendwann wird er ohne Angst auf dir herumtapsen.
  • Es bringt nichts, den Hamster einfach komplett in Ruhe zu lassen, aus Angst, man könnte ihn sonst überfordern. Ein Tier, mit dem man sich nicht beschäftigt, wird nicht zahm!
  • Zwinge das Hamsterchen zu nichts - das bringt nichts! Ein Hamster, der sich in die Enge getrieben fühl, wird aus Notwehr zubeißen!

 

Aber bitte sei dir immer darüber bewusst:
EIN HAMSTER IST KEIN KUSCHELTIER!

Nicht jeder Hamster möchte unbedingt herausgenommen und gestreichelt werden. Mit Geduld schafft man es, auch einem etwas zurückhaltenderen Zeitgenossen die Angst zu nehmen. Dennoch gilt: Jeder Hamster hat eine eigene Persönlichkeit, die es zu respektieren gilt! Ein Hamster ist ein Freund, der mit Respekt und Geduld behandelt werden sollte und nicht dafür da, deine Bedürfnisse nach Kuscheln zu befriedigen!

 

 

Keiner unserer Hamster ist übermäßig scheu oder schreckhaft!

Alle unsere Hamsterchen sind handzahm, wenn sie abgegeben werden. ABER Achtung! Man muss daran denken, dass sie UNSERE Hand kennen, UNSEREN Geruch und UNSERE Stimme. Es ist darum ganz selbstverständlich, dass sie sich erst daran gewöhnen müssen, dass der neue Körnergeber anders riecht und klingt. Viele Hamsterchen sind davon zuerst etwas überrascht. Einige stört es nur wenig, andere erschrecken und ziehen sich zunächst zurück.

 

Bei jeder Abgabe zeigen wir den zukünftigen Hamstereltern, dass ihr Schützling an den Menschen gewöhnt ist. Wir zeigen, wie man ein Hamsterchen greift und dass der Hamster keine generelle Scheu vor der menschlichen Hand hat, oder gar beißt. Bereits hier ist es für den Abnehmer gut zu sehen, dass unsere Hamster es alle gewöhnt sind, in die Hand genommen zu werden und darauf nicht panisch reagieren.

 

 

Bitte bedenke aber unbedingt: Eine Abgabe ist eine Stresssituation für das Hamsterchen - in der Regel sind die Hamster etwas früher geweckt worden als sonst, sitzen in einer unbekannten Transportbox und hören neue Stimmen. Es kann also vorkommen, dass auch ein sehr zahmes Hamsterchen etwas nervöser reagiert und sich nicht so gerne anfassen lässt. Dies ist eine natürliche Reaktion für ein Fluchttier!

 

 

 

Madita und ihr Freund "Die Hand"

Ein besonders gutes Beispiel für den gelungenen Aufbau von Vertrauen ist die kleine Madita, die zunächst gar nichts von unserer Hand wissen wollte, der wir dann aber mit viel Geduld und Zuneigung zeigen konnten, dass ihr davon nichts Böses droht.

Seither war sie ganz wild darauf aus dem Käfig zu kommen - da gab es nämlich immer interessante (und manchmal auch sehr schmackhafte) Dinge zu entdecken! ;-)

 

MyVideo

In der Galerie haben wir die Rubrik "im neuen Heim" eingerichtet. Dort zeigen wir Fotos und Videos von unseren Hamsterchen im neuen Zuhause. Auch dort ist häufig gut zu sehen, dass die Hamster zu ihren neuen Körnergebern Vertrauen gefasst haben, sich gerne herausnehmen, anfassen und streicheln lassen!

Auch freuen wir uns immer wieder über liebe Gästebucheinträge, die deutlich zeigen, dass unsere Hamster bei liebevollem Umgang auch im neuen Zuhause schnell zahm wurden.