Albino-Hamster

Während der letzten Jahre ist uns vermehrt aufgefallen, dass einige Tierliebhaber sich negativ über Hamster und Mäuse mit roten Augen äußern und davor zurückschrecken solch ein Tierchen bei sich aufzunehmen. Tiere mit roten Augen sehen ihrer Meinung nach "gruselig" aus, und erinnern sie unangenehm an "Laborratten". Nicht selten haben wir schon gehört, wie Menschen sehr ablehnend von diesen Tieren sprachen und sich gar scheuten, sie anzufassen.

 

Mit Verlaub gesagt, ist das absoluter Blödsinn!

 

Wir möchten gerne mit den Vorurteilen gegen Hamster mit roten Augen aufräumen und dich darüber aufklären, wie die roten Augen zustande kommen. Wenn man die Ursache für rote Augen erklären und für Verständnis werben möchte, kommt man nicht gänzlich umhin, ein paar genetische Basisinformationen vorauszusetzen.

 

Teilalbinismus

Bei den meisten Hamstern mit roten Augen handelt es sich nicht um Albinos im eigentlichen Sinne, sondern lediglich um eine Form von Teilalbinismus. Verantwortlich für die roten Augen ist in diesem Fall ein rezessives Gen (pp). Durch dieses Gen wird das Eumelanin (dunkles Farbpigment), das normalerweise die Augen dunkel färbt, aufgehellt. Die Blutgefäße im Auge werden darum nicht von einer dunkleren Farbe überlagert und schimmern durch - die Augen wirken rötlich. Mit zunehmendem Alter dunkeln die Pigmente kontinuierlich nach, so dass die Augen ihre rote Färbung immer mehr verlieren bis sie im Alter von etwa 12 Wochen bernsteinfarben oder sogar schwarz wirken. Sehr schön zu sehen ist das beispielsweise bei einem dove-Hamsterchen (taubengrau), da es das das pp-Gen trägt. Zunächst erscheinen seine Augen recht rötlich, doch bereits zum Abgabezeitpunkt sind sie kaum von schwarzen Augen zu unterscheiden.


 

Entwicklungsverlauf

Bei unserem Zakk (GuitarHero-Wurf) kann man gut sehen, wie doll das Blitzlicht die Augenfarbe zum leuchten bringen kann.

 

Auf dem Bild mit Blitz sieht er hier aus, wie ein Laserpointer - die Augen sind knallrot.

 

Ohne Blitz fotografiert, sieht man die Augen, wie sie in natura sind. Bereits jetzt (mit 3 Wochen) sind sie dunkelrot und werden später fast schwarz sein!

Acerola mit 3 Wochen

Ein gutes Beispiel für nachdunkelnde rote Augen ist auch unsere Hamsterdame Acerola. Ihre Fellfarbe champagne geht mit roten Augen einher, da sie durch das Zimt-Gen (pp) verursacht wird.

 

Während die roten Augen bei Baby-Acerola (vorallem bei Blitzlicht) noch sehr deutlich zu erkennen waren...

Acerola mit 6 Monaten

 

... kann man sie bei der erwachsenen Hamsterdame selbst im Blitzlicht der Kamera nicht mehr erkennen.

 

Im Laufe der Entwicklung sind die Augen so stark nachgedunkelt, dass man sie als Laie von schwarzen Augen nicht mehr unterscheiden kann.

 

Je dunkler die Grundfarbe des Hamsters, desto stärker dunkeln die Augen im Laufe des Lebens nach.

 

 

 

Da wir manche Hamsterchen ja gar nicht so lange in der Zucht haben, weil sie in liebevolle Hände ausgezogen sind, freue ich mich besonders, wenn ich nach einiger Zeit nochmal Fotos von ihnen zu sehen bekomme. Auch hier sieht man dann meist recht deutlich, wie stark die roten Augen mit der Zeit nachgedunkelt sind.

 

Hier am Beispiel von Oatifix aus dem Lush-Wurf

 

 

 

Woher kommen die roten Augen?

Die Augenfarbe des Hamsters kann bereits kurz nach der Geburt festgestellt werden. Wenn die Jungtiere dann ab einem Alter von etwa 14 Tagen zum ersten Mal ihre Augen öffnen, können diese kräftig rot aussehen. Vorallem auf Fotos, die mit hellem Blitz geschossen wurden, wirken die Augen intensiv rot und leuchtend. Weil das verantwortliche Gen "p" rezessiv vererbt wird, kann es dabei auch vorkommen, dass zwei schwarzäugige Elterntiere rotäugige Welpen im Wurf haben. Dies kommt dann vor, wenn beide Eltern die Erbinformation für rote Augen rezessiv in ihrem Gencode tragen. Die roten Augen deuten in diesem Fall also lediglich auf die homozygote Gencombination pp hin. Würde eines dieser rezessiven Gene heterozygot von einem dominanten Gen überlagert (P), hätte dieser Hamster ganz einfach dunkle Augen.

 

Auch die Fellfarbe wird von diesem Gen beeinflusst und um einige Nuancen aufgehellt. Beispielsweise hat ein schwarzer Hamster den Gencode aa B- E- L- P-. Zwei rezessive p machen daraus die Farbe dove mit aa B- E- L- pp.

 

Ein Hamster in der Farbe dove ist also lediglich ein schwarzer Hamster mit zwei rezessiven Genen auf dem p-Locus!

 

Wir möchten betonen, dass wir auch Hamster mit roten Augen sehr schön finden und uns jedes Mal sehr freuen, wenn in unseren Würfen hübsche p.e. (pink eyed) dabei sind. Das p-Gen erweitert das Spektrum an möglichen Hamsterfarben enorm und vorallem was die Gesundheit angeht, haben wir mit p.e.-Hamsterchen sehr gute Erfahrungen gemacht. Da die Augen mit der Zeit aber ohnehin nachdunkeln, gibt es faktisch ohnehin eigentlich keinen Grund diese Hamsterchen abzulehnen (Augenfarben bei Hamstern).

Wir möchten darum für diese hübschen Plüschpopos etwas die Werbetrommel rühren - denn sie sind liebe kleine Mitbewohner und rote Augen haben mit den Attributen "dämonisch" und "gruselig" rein gar nichts zu tun! :-)

 

 

Albinismus

Bei einem "richtigen Albino" verhält sich die Vererbung etwas anders.

Seine Gene (cdcd) bewirken, dass jegliche Pigmente aus Augen und Fell herausgezogen und gelöscht werden. Solch ein Hamster ist immer komplett weiß und hat leuchtend roten Augen. Diese dunkeln im Verlauf des Lebens dann auch nur minimal nach.

Doch auch diese Hamster sind prima Haustiere und ganz liebe und freundliche Gesellen - hab also keine Scheu vor den roten Augen - dahinter verbirgt sich häufig ein Traumhamsterchen. Wäre schade, wenn so ein toller Kerl nur aufgrund falscher Vorurteile nicht bei dir einziehen darf!

 

Mehr Informationen gibt es auf der Seite der River Road Hamstery.