Rex
Ein kurzes Statement vorweg:
Wir sind NICHT der Meinung, dass Rex definitiv als Qualzucht einzuordnen ist und die Zucht komplett verboten werden sollte, wir sind aber davon überzeugt, dass die begründete Vermutung, dass Probleme bei dieser Fellform auftreten KÖNNEN als Warnhinweis genügen sollte, um die Zucht nicht zu unterstützen und lehnen daher jegliche Form von GEZIELTER Vermehrung von Rex ab!
Erscheinungsbild
Ein Rexhamster hat eine gekräuselte, etwas borstige Fellstruktur. Das Fell wirkt wellig bis lockig, die Deckhaare sind etwas verkürzt und stehen daher etwas weiter vom Körper ab, wodurch auch die Farbintensität nachlässt. Dies wird noch nicht als besonders problematisch angesehen. Kritischer ist, dass oftmals auch die Tasthaare der Hamster (mehr oder weniger stark) verkürzt oder gekräuselt sind.
Es ist zu bemerken, dass Hamster aus gezielt gezüchteten Rexlinien (Verpaarung zweier Rexhamster) diese Merkmale deutlich extremer ausprägen als Jungtiere, deren Eltern diese Gene lediglich selbst rezessiv getragen haben.
Verbreitung
Da die Züchter in Deutschland in der Regel darauf achten, dass ihre Linien möglichst rexfrei bleiben, sind Rexhamster in Deutschland zunächst noch
recht selten gewesen. Da diese Fellform in England, Schweden und Holland jedoch immer häufiger ganz gezielt gezüchtet wird, und seit einigen Jahren immer mehr Tiere aus diesen Ländern in deutsche
Zuchten importiert wurden, sind mittlerweile auch vermehrt deutsche Züchter davon betroffen. Da das Rexgen von den Zuchttieren rezessiv (im einzelnen Hamster nicht sichtbar) mit in die Zuchten
gebracht wurde, ist bei nahezu keinem ausländischen Zuchttier mit Sicherheit auszuschließen, dass es diese Gene trägt.
Vererbung
Das Gen für Rexfell wird von den Elterntieren rezessiv vererbt. Dies bedeutet, dass ein Hamsterkind das Gen (rx) von beiden Elternteilen erhalten muss, damit das Gen auch im Phänotyp (Erscheinungsbild) sichtbar wird. Erhält das Jungtier das Gen nur von einem Elternteil, ist es lediglich Träger des Gens, kann Rex weitervererben, hat jedoch selbst kein welliges/lockiges Fell.
Dies macht es häufig sehr schwierig zu erkennen, ob ein Elternteil mit diesem Gen ausgestattet ist, da sich die Auswirkung ja nur in Kombination mit dem entsprechenden Partner zeigt, der ebenfalls dieses Gen tragen muss. Aus diesem Grund ist das Gen äußerst hartnäckig und nur schwer auszulöschen. Am Beispiel des Rex wird daher erneut deutlich, wie lange rezessive Gene unbemerkt weitervererbt werden können. Was bei spannenden Farben häufig Grund zur Freude ist, lässt die Züchter bei Rex jedoch nicht unbedingt jubeln!
Auswirkungen
Die Meinung zur Auswirkung des rx-Gens auf den einzelnen Hamster gehen unter den Züchtern stark auseinander und werden hitzig diskutiert.
Es lassen sich grob zwei Meinungen unterscheiden:
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Mehr oder weniger starke
gesundheitliche Einschränkungen |
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Keine oder nur vereinzelte Einschränkungen |
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Viele Züchter sind der Meinung, dass Mutationen, die bei Hamstern gelocktes oder stark gekräuseltes Fell verursachen auch vor den Tasthaaren und Wimpern nicht halt machen. Auch dort sind daher Veränderungen zu bemerken: Diese Haare seien kürzer, brüchiger, gekrauster und so gebogen, dass ihre Funktion stark eingeschränkt würde. Zudem könnten gelockte Wimpern in Richtung Auge wachsen und diese reizen, was im schlimmsten Fall zu chronischen Augenleiden führen könnte. |
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Andere Züchter halten die Problematiken der Rex-Zucht für überbewertet. Sie berufen sich auf eigene Erfahrungen mit betroffenen Tieren und konnten bislang keine negativen Veränderungen der Sinnesorgane feststellen. Die Tasthaare seien in der Regel zwar gekrümmt, der Hamster sei hierdurch jedoch in seiner Bewegungsfreiheit und seinem Wohlbefinden nicht eingeschränkt.
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Das lockige Fell sei außerdem im Wachstum langsamer und nicht so dicht, wie normales Hamsterfell. Es wird befürchtet, dass Verwachsungen einzelner Haare zu Reizungen und Hautabszessen führen könnte.
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Diskussion "Qualzucht"
Als Qualzucht bezeichnet man in der Tierzucht eine Zuchtform, die zu negativen Veränderungen in der physiologie eines Tieres führt und darum mit Schmerzen, leiden und gesundheitlichen, sowie seelischen Schäden für das Tier verbunden ist.
Hierzu kann man auch Varianten zählen, die zu einer nachteiligen Veränderung der Tasthaare und Wimpern der Tiere führen.
Ob Rex als Qualzucht einzustufen ist, ist bislang umstritten.
zum Verbot von Qualzüchtungen
Qualzucht.pdf
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Argumente pro und contra Rex-Zucht
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pro Rex |
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contra Rex |
| folgt... |
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folgt... |
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Rex bei anderen Tierarten
Auch bei anderen Tierarten ist Rexfell bekannt! Auch wenn wir hier nicht den vergleich von Äpfen mit Birnen provozieren wollen, so möchten wir dennoch darauf hinweisen, dass bei einigen Tierarten das Rexfell absolut anerkannt und eine gezielt gezüchtete Form ist.
Rexhamster bei my furry little secret
Auch sehr erfahrenen und verantwortungsvollen Züchtern, die ihre Verpaarungen gewissenhaft planen und ihre Aufgabe sehr ernst nehmen, können Fehler unterlaufen - denn man kann manchmal einfach nicht alles wissen, oder alle Eventualitäten einkalkulieren.
In vielen deutschen Zuchten sind darum in letzter Zeit Rex-Babies auf die Welt gekommen - und das, obwohl die Züchter, die dies ablehnen, ihr Möglichstes getan haben, um dies zu verhindern.
Obwohl diese Fellform kritisch gesehen wird und die Geburt der Rex nicht gewünscht war, haben diese Fälle jedoch zeigen können, dass die Diagnose "Rex" für den einzelnen Hamster keinesfalls zum Problem führen muss! Die angesprochenen Jungtiere haben sich alle normal entwickelt und werfen allmählich ein "entspannteres" (wenn auch nicht weniger entschiedenes!) Licht auf das Thema Rex.
Deutlich wurde hieran wieder: Auch bei noch so vorsichtigem Umgang mit bestimmten Genen, lässt sich zumeist nicht gänzlich ausschließen, dass irgendwann einmal ein überwunden geglaubtes rezessives Gen wieder auftaucht, das sich still und heimlich über mehrere Generationen durchgeschlichen hatte.
Bei my furry little secret sind wir der Meinung, dass - unabhängig davon, ob man Rex nun offiziell als Qualzucht bezeichnet, oder nicht - eine Zucht von Rex nicht wünschenswert ist. Auch wenn wir selbst bislang noch keinerlei negative Erfahrungen mit dieser Fellform machen mussten, sind uns die Hinweise anderer Züchter Warnung genug. In unseren Augen wäre es fahrlässig, bewusst in Kauf zu nehmen, dass bei der Zucht dieser Fellvariante etwas passieren KÖNNTE - weshalb wir die Zucht ablehnen. Wir setzen daher ganz bewusst keine Würfe an, bei welchen wir die Geburt von Rex-Nachwuchs erwarten müssten. Elterntiere, welche uns als Träger dieser Erbinformation bekannt sind, werden entweder in Liebhaberhände vermittelt oder nur ganz gezielt und sorgfältig verpaart. Dennoch können auch wir nicht in jeden Hamster hineinschauen und so kann es vorkommen, dass auch wir mal eine Überraschung erleben müssen und irgendwann ungeplanter, aber nicht weniger niedlicher Rex-Nachwuchs im Nestchen zappelt.
Wir möchten zum Ende unbedingt nochmal deutlich auf Eines hinweisen: Nicht bei allen Rexhamstern tauchen Probleme auf! Der einzelne Hamster leidet nicht zwangsläufig unter seinem Rexfell und ist gesundheitlich in den meisten Fällen absolut topfit. Die meisten Rex haben keinerlei Probleme mit den Augen und auch die gekrümmten Tasthaare bedeuten für sie (nach menschlichem Ermessen) keine Einschränkung! Auch wenn wir aufgrund bekannter Risiken die Zucht von Rex nich forcieren möchten, hat selbstverständlich auch ein Rexhamsterchen ein schönes und liebevolles Zuhause verdient und ist keinesfalls ein minderwertiger Hamster!



